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Der Seelenfänger

Der schwarze Schatten durchstreift das Land,
Der finst‘re Jäger im schwarzen Gewand,
Er holt eure Kinder im Dunkel der Nacht,
Er jagt eure Kinder mit all seiner Macht.

Vor einigen Jahren, ich war noch ein Kind,
Es war nachts im Walde, ich rannte geschwind,
Ich eilte zur Lichtung, dort sah man ihn geh‘n,
Ich fand sie sogleich und blieb vor ihr steh’n.

Es schien mir wie in einem Traum,
Verirrte Lichter zuvor einsam,
Zur Mitte schwebten sie gemeinsam,
Umwarben einen alten Baum.

Und als ich endlich vor ihm stand,
Verschwand die Täuschung tief im Sand,
Der Schatten wurd‘ zu spät erkannt,
Und packte mich mit seiner Hand.

Die Zeit stand still, ich wurde bleich,
Er fragte, ob ich glücklich wäre,
Wenn ewig er mein Leben nährte,
Falls ich ihm dient‘ in seinem Reich.

So leb‘ ich Schlächter, leb‘ ich Sünder,
Bei Wind und Wetter, Tag und Nacht,
Entehrt in schwarzer Blütenpracht,
Und zähle weit‘re Schattenkinder.

Vor einigen Jahren, ich war noch ein Kind,
Es war nachts im Walde, ich rannte geschwind,
Ich suchte den Schatten, von dem ich gehört,
Und als ich ihn fand, hat er mich zerstört.

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