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Die wehrhafte Geliebte

Wann rufen‘s die Bäume, die mächt’gen,
Wie sehr verzweifelt ich fleh‘,
Dass dieser Dichter, der prächt’ge,
Mir aus dem Wege geh‘.

Wann pfeifen’s die Spatzen vom Dache,
Wie er ihn siegreich umwarb,
Den achtlosen Jüngling der Wache,
Der meinen Schlüss‘l ihm gab.

Vom leuchtenden Mond nur verraten
Ward, als mein Zimmer betrat,
Der Heine, der seine Sonaten
In meine Ohren tat.

Auch niemand es je hat gestanden,
Gestanden an keinem Tag,
Dass lieber ich hätt‘ einen and’ren
Aus meinem Haus verjagt.


Dieses Gedicht ist ein Tribut an Heinrich Heines Gedicht Nummer XXII aus „Lyrisches Intermezzo“ (1822/23).






Heinrich Heine

Und wüßten’s die Blumen, die kleinen,
Wie tief verwundet mein Herz,
Sie würden mit mir weinen,
Zu heilen meinen Schmerz.

Und wüßten’s die Nachtigallen,
Wie ich so traurig und krank,
Sie ließen fröhlich erschallen
Erquickenden Gesang.

Und wüßten sie mein Wehe,
Die goldnen Sternelein,
Sie kämen aus ihrer Höhe,
Und sprächen Trost mir ein.

Die alle können’s nicht wissen,
Nur Eine kennt meinen Schmerz:
Sie hat ja selbst zerrissen,
Zerrissen mir das Herz.

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